Was ihr schon immer über Bienen wissen wolltet

Honig Wie entsteht Honig?
Wie wird Honig geerntet?
Wie gefährlich sind Bienen für den Menschen?
Wie gefährlich sind Menschen für die Bienen?
Wie kann man Imker oder Imkerin werden?
Ein Jahr im Bienenstaat
Über Honigbienen und ähnliche Insekten

 

Wie entsteht Honig? [nach oben]

Die Bienen, genauer gesagt die Sammlerinnen, also Arbeits-Bienen, die ein bestimmtes Alter erreicht haben, sammeln die süßen Pflanzensäfte, aus denen der Honig entsteht, meist aus den Nektarien der Blüten. Manchmal sammeln sie auch sog. Honigtau. Das sind Baumsäfte, die von Läusen ausgeschieden werden. Den Nektar oder Honigtau transportieren die Sammelbienen in ihrem Honigmagen nach Hause zum Stock und übergeben ihn an die Stock-Bienen. Diese mischen eigene Drüsensekrete dazu und entziehen dem Pflanzensaft Wasser. Durch diese Bearbeitung wird der Honig bekömmlich und haltbar, denn die Bienen sammeln ihn ja als Wintervorrat.
Den reifen Honig lagern die Bienen in den Waben über dem Brutbereich ein und verschließen die Zellen mit einem Wachsdeckel.

Wie wird Honig geerntet? [nach oben]

Die Waben mit dem reifen Honig können wir „ernten“. Die aus dem Bienenkasten entnommenen Waben werden erst entdeckelt: mit einer vielzinkigen Gabel entfernen wir die Wachsschicht auf einer Seite der Wabe. Mit dieser Seite nach außen geht’s ab in die Schleuder.
Vorsichtig bringen wir die Schleuder in Gang. Mittels Fliehkraft spritzt der Honig aus der Wabe und  fließt aus der Schleuder durch ein Sieb in einen Eimer. Ganauso geht es mit der zweiten Seite der Wabe. Eine schöne Kleckerei!
Jetzt kann man den Honig eigentlich schon essen. Noch klarer wird er, wenn man nach ein paar Tagen die obere Schicht abnimmt. In ihr sammeln sich nämlich Pollen, Wachsteilchen und Luftbläschen.
Wenn der Honig dann ins Glas gefüllt ist und eine Weile steht, fängt er, je nach Pflanzenherkunft, mehr oder weniger schnell an zu kandieren. Die Zuckerkristalle verbinden sich und so wird der Honig fest.

Wie gefährlich sind Bienen für den Menschen? [nach oben]

Bienen sind friedliche Insekten. Sie stechen nur, um sich oder ihr Volk zu verteidigen.
Um zu vermeiden, dass die Bienen sich angegriffen fühlen, gehen wir nicht zu nah ans Flugloch und machen keine hektischen, schnellen Bewegungen.
In unserer Imkerei bekommen die Kinder einen Imkerschleier, wenn sie nah zu den Bienen gehen. Damit sich keine Biene unter die Kleidung verläuft, ist es gut, die Hose in die Socken zu stecken, eng anliegende helle, glatte Kleidung und geschlossene Schuhe zu tragen.
Wenn eine Arbeiterin (Drohnen haben keinen Stachel) einen Menschen sticht, stirbt sie. Beim Menschen ist der Stich normalerweise harmlos, aber unangenehm. Die Einstichstelle kann schmerzen und jucken, sie schwillt an und wird rot. Nur wer auf Insektengift allergisch reagiert, kann durch einen Stich ernsthaft gefährdet sein.

Wie gefährlich sind Menschen für die Bienen? [nach oben]

Wilde Insekten sind seit Jahrzehnten bedroht, einzelne Arten bereits ausgestorben oder vom Aussterben bedroht.
In den letzten Jahren machten die Bienen immer wieder Schlagzeilen.
Die Intensivierung der Landwirtschaft macht Insekten wie auch unseren Honigbienen das Leben schwer: Monokulturen, Gentechnik, Nahrungsmangel, Einsatz von giftigen Spritzmitteln...
Die vor ca. 35 Jahren aus Asien eingeschleppte Varroa-Milbe ist zur Dauerbelastung für die Bienenvölker geworden. Und auch der Umgang mit den Bienen ist nicht überall schonend und artgerecht.
Weil die Haltung von Bienen schwieriger und unrentabler wird, werfen immer mehr Imker das Handtuch. Der Bestand an Imkern und Bienenvölkern schwindet jährlich.
Die Honigbiene ist ein wichtiges Element im ökologischen System. Sowohl für die Bestäubung landwirtschaftlicher Kulturen als auch für den Erhalt der Wildblütenpflanzen, die wiederum als Nahrung für andere Lebewesen dienen, ist sie unersetzbar.
Wir können den Bienen helfen, indem wir für Nahrung und Lebensraum sorgen, z.B. Blumen am Balkon oder im Garten anpflanzen, Insekten-Nisthilfen aufstellen, biologisch und regional erzeugte Lebensmittel kaufen, selbst imkern...

Wie kann man Imker oder Imkerin werden? [nach oben]

Viele Bienenzuchtvereine bieten Kurse an, in denen man die Imkerei als Hobby erlernen kann. Der Verein Mellifera ermöglicht es u.a. in München, die Imkerei nach Bio-Richtlinien zu erlernen.
Die meisten Imker in Deutschland sind Hobby-Imker, es gibt aber auch die Berufs-Imker. Sie haben die 3-jährige Ausbildung zum/zur Tierwirt/in/Fachrichtung Imkerei gemacht.
Informationen bei:
Mellifera e.V., Ausbildungsverbund wesensgemäße Bienenhaltung
Arno Bruder, Fachberater für Imkerei, Tel. 089/2198-1060 und -1061
Bienenzuchtverein München e.V.,
Münchener Bezirks-Bienenzuchtverein e.V. (MBBZV),
Bienenzuchtverein München-Nymphenburg

Wie leben die Bienen? Ein Bienenjahr [nach oben]

Ende Dezember hat das Bienenvolk am wenigsten Einzelwesen (ca. 5000 bis 8000) . Es ist zu einer   Traube aus Arbeiterinnen zusammengezogen, die sich gegenseitig wärmen und in ihre Mitte die Königin nehmen, sie nähren, wärmen und schützen.
Bereits im Januar, wenn es noch sehr kalt ist, fangen die Bienen an, ein kleines Brutnest anzulegen. In der Mitte der Bienentraube legt die Königin die ersten Eier in die Wabenzellen.
Ihre Waben bauen die Honigbienen aus Wachs, das sie aus Drüsen „schwitzen“, die am Bauch sitzen.
Die Bienen füttern die Maden mit Futtersaft, den sie in bestimmten Drüsen herstellen, und einem Gemisch aus Honig und Pollen.
Am Ende des Winters wächst ein Bienenvolk deutlich an. Ab ca. 10°C fliegen die Bienen aus, oft  das erste Mal nach Monaten im Stock, um ihre Kotblase zu entleeren. Sie holen Wasser und besuchen die ersten Frühlingsblüher.
Im April gibt es bereits längere Flugperioden, in denen die Bienen auch schon mehr Nektar eintragen, als sie verbrauchen und kleine Honigvorräte anlegen.
Zusätzlich legt die Königin jetzt unbefruchtete Eier in Zellen, die etwas größer sind. Daraus entstehen Drohnen, die männlichen Bienenwesen.  
Zwischen Ende April und Ende Juni bietet die Natur am meisten Nahrung. Das bedeutet für die Bienen nicht nur die Möglichkeit, Nahrungsvorräte für die trachtlose Zeit anzulegen, sondern auch die günstigste Zeit für die Vermehrung. Ist ein Volk stark genug - die Volksstärke beträgt im Sommer bis zu 50000 Bienen -, zieht ein Volk junge Königinnen an. In kleine runde Wachsnäpfchen legt die Königin je ein befruchtetes Ei. Die Arbeiterinnen ernähren die daraus schlüpfende Made mit dem Königinnen-Futtersaft oder Gelée royale. Dieses besondere Futter bewirkt, dass aus dem Ei keine Arbeiterin, sondern eine Königin wird. Die Königin hat voll entwickelte Geschlechtorgane und kann 5 Jahre alt werden. Eine Arbeiterin wird im Sommer ca. 6 Wochen, im Winter bis zu 6 Monate alt.
Ist der Königinnen-Nachwuchs fast schlupfreif, schwärmt das Bienenvolk.
Die abgehenden Schwärme suchen sich eine neue Behausung und gründen ein neues Volk.
Die Jungkönigin ist ca. 1 Woche nach dem Schlupf brünftig. Sie fliegt zu den Drohnensammelplätzen hoch in der Luft und lässt sich von mehreren Drohnen begatten. Wenn alles gut geht und die Königin heil von ihren Hochzeitsflügen heimgekehrt ist, fängt sie nach wenigen Tagen an, Eier zu legen.
Im Juni oder Juli, je nach Land(wirt)schaft, geht das Nahrungsangebot zurück. Die Vermehrung ist abgeschlossen und die Drohnen werden als unnötige Fresser aus dem Stock vertrieben.
Der Imker erntet den als Wintervorrat eingetragenen Honig und ersetzt diesen mit 15 bis 18 kg Zucker oder Zucker-Honig-Gemisch. Eine durchschnittliche Honigernte beträgt 15 kg. Hochleistungsvölker, mit denen immer wieder andere Trachten angewandert werden, können auch 50 kg Honigertrag bringen.
Wenn die Temperaturen auf unter 10°C sinken, fliegen die Bienen immer seltener aus. Sie bereiten sich auf den Winter vor.

Über Honigbienen und ähnliche Insekten [nach oben]

Die Insekten sind wissenschaftlich in verschiedene Ordnungen eingeteilt, z.B. Käfer, Zweiflügler, Hautflügler,  Schmetterlinge usw.
Unsere Honigbiene gehört zur Ordnung Hautflügler oder Hymenopteren. Sie sind die am höchsten entwickelten Insekten. Zu dieser Gruppe gehören u.a. die Ameisen, Hummeln, Wespen und Wildbienen.
Nachfolgend sind außer der Honigbiene einige Insekten beschrieben, die manchmal mit dieser verwechselt werden.

Biene Biene Königin Drohn
Arbeiterin Arbeiterin Königin Drohn

Honigbienen gibt es seit mindestens 50 Millionen Jahren.
Schon in der Steinzeit plünderten Menschen die Waben der Honigbienen.
In Ägypten wurde schon vor 6000 Jahren eine Bienenhaltung betrieben. Die Menschen siedelten Bienen in Tonröhren an und ernteten ihren Honig.
Die Honigbiene ist ein hochentwickeltes, staatenbildendes Insekt und nur als Volk überlebensfähig. Im Bienenvolk hat sich eine Arbeitsteilung entwickelt. Die Arbeiterin erfüllt ihrem Alter gemäß verschiedene Aufgaben. Um als Volk über den Winter oder andere  nahrungsarme Zeiten hinweg zu bestehen, betreiben die Bienen eine Vorratswirtschaft.
Die Honigbienen haben eine besondere Art der Kommunikation entwickelt: eine Tanzsprache.
Sammel- und Spürbienen teilen ihren Genossinnen mit, wo es Nahrungsangebote oder einen geeigneten Sammel- oder Nistplatz gibt, indem sie in bestimmten Figuren und Geschwindigkeiten tanzen. Durch diese Fähigkeit der Kommunikation kommt die Blütenstetigkeit zustande: die Sammlerinnen fliegen solange zu den von den Kundschafterinnen entdeckten Trachtquellen, bis diese erschöpft sind.

Hummel Hummel Hummel
Dunkle Erdhummel Ackerhummel Wiesenhummel

Hummeln sind durch ihren Körperbau und die Behaarung gut an ein kühles Klima angepasst. Sie sind sehr friedlich, können aber zu ihrer Verteidigung auch stechen. Nur die Hummelköniginnen überwintern und legen im Frühjahr ein neues Nest an, in dem sie erst Arbeiterinnen, später dann auch Geschlechtstiere heranziehen. Sie leben in Sommerstaaten mit bis zu 600 Tieren. Das Nest und die Vorratswirtschaft sind wesentlich primitiver als bei den Honigbienen.Es gibt auch die den echten Hummeln täuschend ähnlich sehenden Kuckuckshummeln, die ihre Eier in die Nester fremder Hummeln legen.Auch die Hummeln sind bedroht und stehen unter Naturschutz.

Solitärbiene Solitärbiene Solitärbiene Solitärbiene
Furchenbiene Rotpelzige Sandbiene Mauerbiene Sandbiene
Solitärbiene Solitärbiene Solitärbiene Solitärbiene
Wespenbiene Blattschneiderbiene Blutbiene Pelzbiene

Solitärbienen sehen den Honigbienen oft sehr ähnlich, bilden aber in der Regel keine Staaten, höchstens mehr oder weniger primitive Vorstufen dazu. Meist legen die Weibchen ihre Eier gut versorgt und geschützt ab und überlassen sie zur weiteren Entwicklung sich selbst.
Oft sind Solitärbienen auf besondere Pflanzen und Nistplätze spezialisiert und wegen deren  Verknappung gefährdet.

Wespe Wespe Wespe Wespe
Deutsche Wespe Goldwespe Gemeine Wespe Pillenwespe
Wespe Wespe Hornisse Hornisse
Schlupfwespe Feldwespe Hornisse Hornisse

Zu den Wespen gehören nicht nur die zwei bekanntesten Arten, die Deutsche und die Gemeine Wespe, die wir im Sommer oft als lästig empfinden, sondern es gibt 100Tausende verschiedenster Wespenarten. Sie leben auch höchst unterschiedlich, manche solitär, manche in sozialen Staaten, die einen leben vegetarisch, die nächsten fressen Fleisch, manche bauen papierne Nester über, manche unter der Erde, und andere sind Schmarotzer bei anderen Insekten und bauen gar kein Nest.
Die Hornisse gehört wie die gemeine, die deutsche und die Feldwespe zu den Wespen, die in einem Sommerstaat leben.  Die Königin überwintert allein und gründet ein Nest. Wespen bauen ihre Nester nicht wie die Honigbienen und Hummeln aus Wachs, sondern aus einer Art Pappmachée, das sie aus abgenagtem Holz und Speichel herstellen. Das Nest ist spätestens im November verlassen und wird auch im nächsten Jahr nicht mehr belegt.
Hornissen sind die größten Wespen. Die Königinnen werden bis zu 4 cm lang. Sie sind aber nicht aggressiver oder gefährlicher als andere Wespen oder Honigbienen. Die Hornisse zählt zu den besonders geschützten Arten.

Schwebfliege Schwebfliege Schwebfliege
Schwebfliegen    

Die Schwebfliegen gehören nicht wie die bisher beschriebenen Insekten zu den Hautflüglern, sondern zu den Zweiflüglern. Um Feinden vorzutäuschen, sie seien gefährlich, kopieren die Schwebfliegen gern die Zeichnung von Bienen, Wespen und Hummeln. Sie können nicht stechen und sind absolut harmlos, werden aber oft wegen des ähnlichen Aussehens verwechselt.

 

Nun weißt du voll Bescheid über Bienen und artverwandte Insekten. Teste dein Wissen bei unserem Bienenquiz!

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